Es gibt viel zu tun…

Mancher hat mich schon gefragt, ob es diesen Blog noch gibt. Ja klar, ich habe ihn ja nicht vom Netz genommen. Doch ehrlich, oft fehlt mir einfach die Zeit zum Schreiben.

Heute Abend bin ich in Hamburg, morgen unterstütze ich hier wieder ein Seminar von Arbeit und Leben zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Abends im Hotel, da habe ich dann doch endlich mal wieder etwas Zeit zum Nachdenken, zum Schreiben.

Auch wenn die Anlässe eigentlich traurig sind, aber ich denke, das neue Jahr hat gut angefangen. Meine Kollegen von Fujitsu in Paderborn (dort habe ich bis vor sechs Jahren, als es noch Siemens Fujitsu hieß, selbst gearbeitet und als Betriebsrat gewirkt) wehren sich gegen die Schließung ihres Betriebes. Auf den Webseiten der IG Metall Paderborn berichte ich darüber regelmäßig.

Es ist gut, dass die Kolleginnen und Kollegen sich jeden Montag und bei anderen Aktionen auf machen, um ihren Protest auszudrücken. Die Erfolgsaussichten sind gering, doch wer sich gar nicht wehrt, der kann auch nichts gewinnen. Letzte Woche gab es eine große Demonstration in die Innenstadt. Für viele war es sicherlich die erste „richtige“ Demo. Ich denke, da ist so mancher neuer Denkprozess gestartet worden. Und vielleicht sieht der eine oder andere Kollege jetzt auch die Notwendigkeit von Gewerkschaften und Solidarität anders als noch früher.

So wie die Kollegen des größten Paderborner Metallbetriebes, Benteler, es schon lange wissen. Ihr Organisationsgrad ist deutlich größer, da kann der „Arbeitgeber“, der Eigentümer, der Kapitalist, nicht ganz so rücksichtslos schalten und walten. Bei Benteler sollten, so die Ankündigung der Chefetage im letzten Jahr, 1600 Arbeitsplätze gestrichen werden und drei Werke in Deutschland geschlossen werden. Doch die Kollegen dort machten schnell klar, dass sie nicht alles mit sich machen lassen. Gemeinsam mit der Gewerkschaft haben sie erreicht, dass alle Werke erhalten bleiben, dass es Investitionen gibt in Zukunftsprojekte und das auf betriebsbedingte Kündigungen in den kommenden Jahren verzichtet wird.

Auch hier durfte ich einige Aktionen begleiten, meine Bilder der letzten Sitzung der Tarifkommission erscheinen nächste Woche in einem Flugblatt zu den Ergebnissen dort. Was mich dort sehr beeindruckt hat, wie solidarisch man sich auf der Kollegenseite am Ende „zusammengerauft“ hat. Denn die Unterschiede zwischen den Standorten sind doch erheblich. Und wie schnell lassen sich von der Chefetage normalerweise die verschiedenen Standorte gegeneinander ausspielen. Ein Beispiel, was Mut für die Zukunft macht!

Und das sind nicht meine einzigen Aktivitäten. Ich bin ja nicht nur für die Gewerkschaft aktiv. Doch was ich für die Kirche, für mein Hobby oder sonstwo machen, das findet man – mehr oder weniger – in anderen Blogs, auf anderen Webseiten….

P.S.: … und heute freue ich mich besonders über die Europameister im Handball, die Weltmeister im Rodeln, die Grand-Slam-Siegerin in Australien, und das „mein“ Verein Holzbein Kiel, endlich mal wieder klar gewonnen hat….