Dresden

In dieser Woche habe ich beruflich in Dresden zu tun. Ich betreue hier ein Seminar von Arbeit und Leben Bielefeld zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Dresden wurde als Tagungsort ausgewählt, weil es mit dem Hygienemuseum eine herausragende Institution gerade zu diesem Thema in Deutschland zu bieten hat.

Gestern hatten wir nach dem eigentlichen Seminar eine Stadtführung organisiert, durchgeführt von „Igeltour-Dresden„. Der Titel dieses Stadtrundgangs lautete „Dresden von hinten“. Hier wurden uns u.a. auch einige Dinge gezeigt, die der gewöhnliche Tourist in dieser Stadt wohl nur selten zu sehen bekommt, z.B. das Mahnmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung durch die Nazis im März 1933 in dieser Stadt und verschiedene Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg. Auch spielte das Gedenken an die 25.000 Opfer durch die englischen Bombenangriffe Februar 1945 eine Rolle.  Hier versuchen seit einigen Jahren Neonazis dieses Gedenken für ihre braune Propaganda zu mißbrauchen. Umso mehr „Hut ab!“ vor allen Dresdner Frauen und Männer und ihren Freundinnen und Freunden, die sich diesen Naziaufmärschen in den Weg stellen. Auch ich habe in den schrecklichen Nächten des Februar 1945 in Dresden eine Tante und zwei Cousins „verloren“. Ihre Namen sind heute in der wiederaufgebauten Frauenkirche verewigt. Ihnen – und allen anderen Toten des Weltkriegs sind wir heute verpflichtet, für den Frieden zu kämpfen – und das sich ein Terror wie zur Zeit der Nationalsozialisten nie wieder wiederholen möge.