Warnstreiks in der Metallindustrie

Im Moment läuft wieder die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Zum ersten Mal nach vielen langen Jahren haben die Mitglieder der IG Metall wieder eine Forderung zum Thema Arbeitszeit aufgestellt.

Nachdem alle Versuche, ein „Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit“ an der letzten Regierung (und hier insbesondere an der CDU/CSU) gescheitert waren, soll jetzt versucht werden, dieses Thema durch eine tarifliche Vereinbarung abzusichern. Und natürlich kommt es, wie es kommen muss: Die Arbeitgeber wehren sich mit allen Mitteln dagegen, ein kleines Stückchen Zeitsouverenität an ihre Beschäftigten abzugeben. Dabei fordert die IG Metall noch nicht einmal, dass es so etwas für alle beschäftigten geben soll, sondern nur in bestimmten Fälen, wenn Angehörige zu pflegen sind oder ähnliches. Und ein teilweiser Lohnausgleich, wie es von der IG Metall für solche Beschäftigten gefordert wird, ist für die Arbeitgeber schon gar nicht denkbar. Sollen doch bitteschön die Beschäftigten selbst und vollständig das Risiko und die Kosten für die Pflege übernehmen.

Die ersten Verhandlungsrunden brachten gerade zu diesem Themenkomplex überhaupt keine Annäherung und wohl nicht einmal eine ernst zunehmende Diskussion. Am 18. Januar soll es in Nordrhein-Westfalen die nächste Verhandlungsrunde geben. Da kann ich es nur zu gut verstehen, dass jetzt die Metallerinnen und Metaller mit Warnstreiks ihren Wünschen und Forderungen Nachdruck verleihen wollen – und sicherlich auch werden.

Solidarität mit den Streikenden wird notwendig sein. Daher sollte man jetzt regelmäßig auf die Webseiten der IG Metall schauen, wo und wann welche Aktionen geplant sind. Bei uns in der Region natürlich auf den Seiten der IG Metall Paderborn.

Es gibt viel zu tun…

Mancher hat mich schon gefragt, ob es diesen Blog noch gibt. Ja klar, ich habe ihn ja nicht vom Netz genommen. Doch ehrlich, oft fehlt mir einfach die Zeit zum Schreiben.

Heute Abend bin ich in Hamburg, morgen unterstütze ich hier wieder ein Seminar von Arbeit und Leben zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Abends im Hotel, da habe ich dann doch endlich mal wieder etwas Zeit zum Nachdenken, zum Schreiben.

Auch wenn die Anlässe eigentlich traurig sind, aber ich denke, das neue Jahr hat gut angefangen. Meine Kollegen von Fujitsu in Paderborn (dort habe ich bis vor sechs Jahren, als es noch Siemens Fujitsu hieß, selbst gearbeitet und als Betriebsrat gewirkt) wehren sich gegen die Schließung ihres Betriebes. Auf den Webseiten der IG Metall Paderborn berichte ich darüber regelmäßig.

Es ist gut, dass die Kolleginnen und Kollegen sich jeden Montag und bei anderen Aktionen auf machen, um ihren Protest auszudrücken. Die Erfolgsaussichten sind gering, doch wer sich gar nicht wehrt, der kann auch nichts gewinnen. Letzte Woche gab es eine große Demonstration in die Innenstadt. Für viele war es sicherlich die erste „richtige“ Demo. Ich denke, da ist so mancher neuer Denkprozess gestartet worden. Und vielleicht sieht der eine oder andere Kollege jetzt auch die Notwendigkeit von Gewerkschaften und Solidarität anders als noch früher.

So wie die Kollegen des größten Paderborner Metallbetriebes, Benteler, es schon lange wissen. Ihr Organisationsgrad ist deutlich größer, da kann der „Arbeitgeber“, der Eigentümer, der Kapitalist, nicht ganz so rücksichtslos schalten und walten. Bei Benteler sollten, so die Ankündigung der Chefetage im letzten Jahr, 1600 Arbeitsplätze gestrichen werden und drei Werke in Deutschland geschlossen werden. Doch die Kollegen dort machten schnell klar, dass sie nicht alles mit sich machen lassen. Gemeinsam mit der Gewerkschaft haben sie erreicht, dass alle Werke erhalten bleiben, dass es Investitionen gibt in Zukunftsprojekte und das auf betriebsbedingte Kündigungen in den kommenden Jahren verzichtet wird.

Auch hier durfte ich einige Aktionen begleiten, meine Bilder der letzten Sitzung der Tarifkommission erscheinen nächste Woche in einem Flugblatt zu den Ergebnissen dort. Was mich dort sehr beeindruckt hat, wie solidarisch man sich auf der Kollegenseite am Ende „zusammengerauft“ hat. Denn die Unterschiede zwischen den Standorten sind doch erheblich. Und wie schnell lassen sich von der Chefetage normalerweise die verschiedenen Standorte gegeneinander ausspielen. Ein Beispiel, was Mut für die Zukunft macht!

Und das sind nicht meine einzigen Aktivitäten. Ich bin ja nicht nur für die Gewerkschaft aktiv. Doch was ich für die Kirche, für mein Hobby oder sonstwo machen, das findet man – mehr oder weniger – in anderen Blogs, auf anderen Webseiten….

P.S.: … und heute freue ich mich besonders über die Europameister im Handball, die Weltmeister im Rodeln, die Grand-Slam-Siegerin in Australien, und das „mein“ Verein Holzbein Kiel, endlich mal wieder klar gewonnen hat….

Betriebsratswahlen

Ich weiß, es klingt pathetisch, aber ich bin fest überzeugt, es gibt sie noch, die wirklichen Helden in unserem Land. Und dies sind zu Glück gar nicht mal wenige. Ich meine damit die Betriebsräte bei uns. Klar, nicht alle pauschal. Sicherlich gibt es auch da so einige, die gekauft sind oder lieber in die eigene Tasche wirtschaften, davon mag die Presse berichten. Für mich sind die tatsächlichen „Helden der Arbeit“ jene Kolleginnen oder Kollegen, die sich tagtäglich im Betrieb für die Belange der abhängig Beschäftigten einsetzen. Sie verzichten oft auf eine klassische Karriere, sie boxen sich nicht „nach oben“ durch, sondern kümmern sich viel lieber um den täglichen „Kleinkram“. Um vernünftige Regelungen zur Arbeitszeit, um zum Beispiel auch Alleinerziehenden noch  Zeit für die Kinder zu geben. Sie achten darauf, das Gesetze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz eingehalten werden. Sie erheben ihre Stimme gegen Schikanen, Willkür und Mobbing. Das findet meist ganz unspektakulär statt. Doch es ist keine einfache Arbeit. Denn es ist doch klar: jede dieser Aktionen vermindert den Profit, „stört die Wettbewerbsfähigkeit“, um einmal die Sprache der anderen Seite zu benutzen.

Doch so etwas macht unsere Gesellschaft auch immer etwas menschlicher, etwas solidarischer. Solche Kolleginnen und Kollegen gilt es zu unterstützen. In diesen Wochen finden in ganz vielen Firmen Betriebsratswahlen statt. Im Vorfeld dazu habe ich mehrere Schulungen durchgeführt, um die Wahlvorstände fit zu machen, damit es nicht zu Anfechtungen der Wahlen kommen kann.

Und ich konnte auch die einen oder anderen Kandidaten beraten und in ihrem Wahlkampf unterstützen. So hatte ich mit den Kolleginnen und Kollegen von Benteler Steel/Tube in Paderborn einen netten, lustigen Termin zum „Fotoshooting“. Die wollten nicht ein „langweiliges“ Plakat, auf dem schlichte Portraits abgebildet sind, sondern sie wollten auch durch die Bilder zeigen, wie engagiert sie für ihre Sache eintreten.

Hier eines der Plakate:

Werbeplakat IG Metall Betriebsratswahl Benteler

Das Foto der Kandidatinnen und Kandidaten stammt von mir. Die Gestaltung des gesamten Plakats hat einer der Betriebsräte selbst übernommen.  Der Einsatz hat sich gelohnt. Natürlich wurde die Liste der IG Metall wieder die stärkste Kraft im Betriebsrat. und das ist auch gut so.

28. Januar, 16:30 Uhr – Überwachung, Datenmissbrauch und Datenschutz in der Arbeitswelt

Mit einer öffentlichen Veranstaltung als Auftakt zum „Bildungsjahr 2014“ starten am Dienstag, den 28. Januar 2014 um 16:30 Uhr im Paderborner Heinz-Nixdorf-Forum, Fürstenallee 7, 33102 Paderborn die Bildungskooperation der IG Metall Verwaltungsstellen Bielefeld, Minden und Paderborn sowie Arbeit und Leben e.V. DGB | VHS.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Referat von Rena Tanges zum aktuellen Thema: „Überwachung, Datenmissbrauch und Datenschutz in der Arbeitswelt. Was läuft dort? Wo ist unsere Wachsamkeit dringend erforderlich?“

Rena Tangens ist Datenschutzaktivistin, Internet-Pionierin und Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Bielefeld und ist Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs. Sie ist Mitbegründerin und Vorsitzende des Bielefelder Vereins „digitalcourage e.V.“, früher FOEBUD. (www.digitalcourage.de) Der Verein engagiert sich seit 1987 für Bürgerrechte, Datenschutz und eine lebenswerte Welt im digitalen Zeitalter. Digitalcourage wehrt sich dagegen, dass unsere Demokratie „verdatet und verkauft“ wird. Seit 2000 verleiht der Verein jährlich die BigBrotherAwards, u.a. auch für den Bereich Arbeitswelt. Rena Tangens: „Den meisten Menschen ist klar, dass ihre Privatsphäre angegriffen wird, wenn sie Objekt von Überwachung werden (zum Beispiel Videoüberwachung oder Abhören des Telefons) oder wenn ihre persönlichen Geheimnisse an die Öffentlichkeit gezerrt werden. Doch dass ihre Privatsphäre auch verletzt werden kann durch die ständige Sammlung, Auswertung und Nutzung einer Vielzahl von Daten, die bei jeglichen alltäglichen Handlungen anfallen – dieses Bewusstsein ist erst langsam im Entstehen.“

Mit dem „Regionalen Bildungsprogramm 2014“ stellt die Bildungskooperation in Zusammenarbeit mit der Bildungseinrichtung Arbeit und Leben Bielefeld e.V. DGB | VHS ihr mittlerweile fünftes Jahresprogramm vor.

Das kommende Frühjahr steht im Zeichen der Neuwahlen von Betriebsratsgremien in ca. 300 Unternehmen im Organisationsbereich der drei IG Metall Verwaltungsstellen. Die Wahlen sind ein Aufbruch in eine neue Amtsperiode. Damit es zu einem gelungenen Start in den neu zusammengesetzten Gremien kommt, ist die gewerkschaftliche Anbindung der betrieblichen Interessenvertretung sowie eine qualifizierte Ausbildung zu den Rechten und Pflichten der Arbeitnehmer und ihrer Vertretungen in den Betrieben notwendig. Im neuen Schulungsprogramm finden sich neben den erforderlichen Grundlagenseminaren speziell konzipierte Start-Workshops.

Bei einigen der angebotenen Schulungen wirke auch ich als Referent mit. Deshalb würde ich mich freuen, wenn sich an dieser Veranstaltung viele Menschen beteiligen und das sich später davon auch viele für unsere Kurse anmelden.

Immer noch Arbeit mit Spaß und Freude

In den letzten Wochen hatte ich wieder einige interessante Aufträge. Mit einigen habe ich etwas Geld verdient. Andere waren ganz „ehrenamtlich“ ohne irgendeine Bezahlung oder ein Honorar.

Für eine selbstständige Kollegin habe ich eine erste Webseite erstellt. Sie wollte gerne auch eine „Hausnummer“ im Internet haben. Sie ist eine hervorragende Autorin für Marketingtexte, Broschüren, Firmenzeitungen und entsprechende Publikationen. Bei ihr gibt es kein „Marketing-Bla-Bla“, sondern klare, vernünftige Argumentationsketten zu lesen. Wir waren früher eine Zeitlang in der gleichen Abteilung, schon damals hat mir imponiert, wie kritisch sie jedesmal hinterfragt hat, wer ist denn überhaupt die „Zielgruppe“ für ein bestimmtes Produkt und wie lässt sich diese wirklich angemessen ansprechen. Der Name ihrer kleinen Firma: „Zebra Text und Konzept„. Fakten – schwarz auf weiß. Klar und Präzise, wie man es sich wünscht.

Plakat-Internationales-KochenEinen anderen sehr schönen Termin hatte ich gleich zu Beginn des Jahres, als ich für ein Plakat eine Gruppe „internationaler“ Frauen und Männer fotografieren durfte. Schon seit einigen Jahren veranstaltet die Organisation „Ihr und Wir gegen Rechts“ internationale Kochkurse in unserer Stadt. Diesmal werden an sieben Abenden Gerichte aus sieben verschiedenen Ländern gekocht: Brasilien, Äthiopien, Russland, …. Alle Beteiligten wohnen in unserer Stadt. Durch das gemeinsame Kochen kommt man sich näher, spricht miteinander, lernt sich kennen. Eine schöne Initiative für Integration und gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit.

Ein „Dauerbrenner“ ist inzwischen meine Tätigkeit für die IG Metall. Für die Verwaltungsstellen in Bielefeld und Paderborn habe ich etliche eine Reihe von Artikeln für die jeweiligen Webseiten und Lokalseiten in der Metallzeitung verfasst. Eine Arbeit, die mir nach wie vor viel Spaß und Freude bereitet. Für Arbeit und Leben Bielefeld e.V. war ich ebenfalls wieder aktiv, diesmal u.a. auf einem Kurs zum Thema „Arbeits- und Gesundheitsschutz“ in Dortmund.

Besonders freue ich mich, als Webmaster für ein Fußballturnier der Initiative „Respekt und Vielfalt in OWL“ aus DGB-Jugend und den Bielefelder Sportverein TuS Ost aktiv sein zu dürfen.