Betriebsratswahlen

Ich weiß, es klingt pathetisch, aber ich bin fest überzeugt, es gibt sie noch, die wirklichen Helden in unserem Land. Und dies sind zu Glück gar nicht mal wenige. Ich meine damit die Betriebsräte bei uns. Klar, nicht alle pauschal. Sicherlich gibt es auch da so einige, die gekauft sind oder lieber in die eigene Tasche wirtschaften, davon mag die Presse berichten. Für mich sind die tatsächlichen “Helden der Arbeit” jene Kolleginnen oder Kollegen, die sich tagtäglich im Betrieb für die Belange der abhängig Beschäftigten einsetzen. Sie verzichten oft auf eine klassische Karriere, sie boxen sich nicht “nach oben” durch, sondern kümmern sich viel lieber um den täglichen “Kleinkram”. Um vernünftige Regelungen zur Arbeitszeit, um zum Beispiel auch Alleinerziehenden noch  Zeit für die Kinder zu geben. Sie achten darauf, das Gesetze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz eingehalten werden. Sie erheben ihre Stimme gegen Schikanen, Willkür und Mobbing. Das findet meist ganz unspektakulär statt. Doch es ist keine einfache Arbeit. Denn es ist doch klar: jede dieser Aktionen vermindert den Profit, “stört die Wettbewerbsfähigkeit”, um einmal die Sprache der anderen Seite zu benutzen.

Doch so etwas macht unsere Gesellschaft auch immer etwas menschlicher, etwas solidarischer. Solche Kolleginnen und Kollegen gilt es zu unterstützen. In diesen Wochen finden in ganz vielen Firmen Betriebsratswahlen statt. Im Vorfeld dazu habe ich mehrere Schulungen durchgeführt, um die Wahlvorstände fit zu machen, damit es nicht zu Anfechtungen der Wahlen kommen kann.

Und ich konnte auch die einen oder anderen Kandidaten beraten und in ihrem Wahlkampf unterstützen. So hatte ich mit den Kolleginnen und Kollegen von Benteler Steel/Tube in Paderborn einen netten, lustigen Termin zum “Fotoshooting”. Die wollten nicht ein “langweiliges” Plakat, auf dem schlichte Portraits abgebildet sind, sondern sie wollten auch durch die Bilder zeigen, wie engagiert sie für ihre Sache eintreten.

Hier eines der Plakate:

Werbeplakat IG Metall Betriebsratswahl Benteler

Das Foto der Kandidatinnen und Kandidaten stammt von mir. Die Gestaltung des gesamten Plakats hat einer der Betriebsräte selbst übernommen.  Der Einsatz hat sich gelohnt. Natürlich wurde die Liste der IG Metall wieder die stärkste Kraft im Betriebsrat. und das ist auch gut so.

28. Januar, 16:30 Uhr – Überwachung, Datenmissbrauch und Datenschutz in der Arbeitswelt

Mit einer öffentlichen Veranstaltung als Auftakt zum „Bildungsjahr 2014“ starten am Dienstag, den 28. Januar 2014 um 16:30 Uhr im Paderborner Heinz-Nixdorf-Forum, Fürstenallee 7, 33102 Paderborn die Bildungskooperation der IG Metall Verwaltungsstellen Bielefeld, Minden und Paderborn sowie Arbeit und Leben e.V. DGB | VHS.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Referat von Rena Tanges zum aktuellen Thema: „Überwachung, Datenmissbrauch und Datenschutz in der Arbeitswelt. Was läuft dort? Wo ist unsere Wachsamkeit dringend erforderlich?“

Rena Tangens ist Datenschutzaktivistin, Internet-Pionierin und Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Bielefeld und ist Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs. Sie ist Mitbegründerin und Vorsitzende des Bielefelder Vereins „digitalcourage e.V.“, früher FOEBUD. (www.digitalcourage.de) Der Verein engagiert sich seit 1987 für Bürgerrechte, Datenschutz und eine lebenswerte Welt im digitalen Zeitalter. Digitalcourage wehrt sich dagegen, dass unsere Demokratie „verdatet und verkauft“ wird. Seit 2000 verleiht der Verein jährlich die BigBrotherAwards, u.a. auch für den Bereich Arbeitswelt. Rena Tangens: „Den meisten Menschen ist klar, dass ihre Privatsphäre angegriffen wird, wenn sie Objekt von Überwachung werden (zum Beispiel Videoüberwachung oder Abhören des Telefons) oder wenn ihre persönlichen Geheimnisse an die Öffentlichkeit gezerrt werden. Doch dass ihre Privatsphäre auch verletzt werden kann durch die ständige Sammlung, Auswertung und Nutzung einer Vielzahl von Daten, die bei jeglichen alltäglichen Handlungen anfallen – dieses Bewusstsein ist erst langsam im Entstehen.“

Mit dem „Regionalen Bildungsprogramm 2014“ stellt die Bildungskooperation in Zusammenarbeit mit der Bildungseinrichtung Arbeit und Leben Bielefeld e.V. DGB | VHS ihr mittlerweile fünftes Jahresprogramm vor.

Das kommende Frühjahr steht im Zeichen der Neuwahlen von Betriebsratsgremien in ca. 300 Unternehmen im Organisationsbereich der drei IG Metall Verwaltungsstellen. Die Wahlen sind ein Aufbruch in eine neue Amtsperiode. Damit es zu einem gelungenen Start in den neu zusammengesetzten Gremien kommt, ist die gewerkschaftliche Anbindung der betrieblichen Interessenvertretung sowie eine qualifizierte Ausbildung zu den Rechten und Pflichten der Arbeitnehmer und ihrer Vertretungen in den Betrieben notwendig. Im neuen Schulungsprogramm finden sich neben den erforderlichen Grundlagenseminaren speziell konzipierte Start-Workshops.

Bei einigen der angebotenen Schulungen wirke auch ich als Referent mit. Deshalb würde ich mich freuen, wenn sich an dieser Veranstaltung viele Menschen beteiligen und das sich später davon auch viele für unsere Kurse anmelden.

9. November, 18 Uhr: Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger

Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger

Wir bitten Sie, an diesem Samstag, 9. November  2013 um 18.00 Uhr mit uns  an unsere jüdischen  Mitbürger zu denken, die vor und während des zweiten Weltkrieges vertrieben, verschleppt und ermordet wurden.

Wir treffen uns dazu wie in  jedem Jahr am Gedenkstein oberhalb des Wasserspielplatzes in der Kurparkstraße.

Die Lesung der Namen unserer jüdischen  Mitbürger wird  im  Mittelpunkt stehen.  Gemeinsame Lieder, ein Gebet und Musik bilden den  Rahmen.

Wie wir erkennen  müssen, bleibt es wichtig,  an den 9. November 1938 und an die Vernichtung von Menschen zu erinnern, die als andersartig  abgestempelt wurden, aber mit uns zusammenlebten, unsere Nachbarn  und manchmal Freunde waren.

Den  Anfängen  wehren  – dass es nicht wieder geschehe!

Wir bitten Sie, am Samstag zum gemeinsamen Gedenken zum Mahnmal zu kommen.

Es lädt ein:

Für die Arbeitsgemeinschaft  „Gegen das Vergessen“

Rita Waltemode

Viel los …

In den letzten Monaten habe ich diesen Blog leider etwas vernachlässigt. Im Sommer wollte ich mich bewusst eine Zeitlang vom Computer fern halten, denn es gibt sooo viele andere schöne Dinge im Leben, denen ich mich widmen wollte.

Und jetzt ist schon wieder so viel zu tun, dass mir (fast) die Zeit zum bloggen fehlt.

In dieser Woche habe ich gleich zwei Vorträge über die Türkei-Rundreise vor einem Jahr gehalten. Hier im Internet gibt es darüber ja viele Informationen in meinem Blog “Auf den Spuren des Apostel Paulus”.

In der kommenden Woche halte ich einen Vortrag über “Kometen – schmutzige Schneebälle am Firmament” an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus.

Diesen Samstag  kann man mich sogar im Radio hören, zwischen 8 und 9 Uhr morgens, in der Sendung “In unserem Alter” auf WDR 4.

Viel war ich für die Kirche unterwegs. Im September waren wir vom Kreissynodalvorstand zur Visitation in den Gemeinden Borgentreich und Peckelsen. Im nächsten Monat steht wieder die Landessynode der evangelischen Kirche von Westfalen an.

Meine Tätigkeit für Arbeit und Leben in Bielefeld brachte mich u.a. nach Dresden und Hamburg, dort habe ich Kurse zum Thema “Arbeits- und Gesundheitsschutz” mit durchgeführt. Und nächste Woche gibt es in Paderborn von der IG Metall eine große Fachtagung zum Thema “Industrie – Arbeit 4.0“.

So bin ich immer wieder neu gefordert, viel unterwegs …. manchmal können “Aufbrüche” auch schon fast ein wenig anstrengend werden. trotzdem will ich versuchen, hier wieder etwas öfter und ausführlicher über meine Aktivitäten zu berichten.

Graureiher im Aufbruch

Manchmal wirkt auch ein verunglücktes Foto ganz nett. Auf dem Dach meines Nachbarn hatte sich heute Morgen ein Graureiher gestellt. Ich schnell den Fotoapparat geholt, abgedrückt – Sch… gedacht, der flog gerade in dem Moment ab… – Nochmal Sch… gedacht, denn die Kamera war noch auf Einstellungen der Mondfinsternis gestern Abend gestellt, 1600 ISO, 1/20 sec Belichtungszeit … total überbelichtet, aber dann am Computer das ganze einfach um 4,5 Blenden runter geregelt …

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Graureiher im Abflug

Sieht doch gar nicht mal so schlecht aus, oder?

Immer noch Arbeit mit Spaß und Freude

In den letzten Wochen hatte ich wieder einige interessante Aufträge. Mit einigen habe ich etwas Geld verdient. Andere waren ganz “ehrenamtlich” ohne irgendeine Bezahlung oder ein Honorar.

Für eine selbstständige Kollegin habe ich eine erste Webseite erstellt. Sie wollte gerne auch eine “Hausnummer” im Internet haben. Sie ist eine hervorragende Autorin für Marketingtexte, Broschüren, Firmenzeitungen und entsprechende Publikationen. Bei ihr gibt es kein “Marketing-Bla-Bla”, sondern klare, vernünftige Argumentationsketten zu lesen. Wir waren früher eine Zeitlang in der gleichen Abteilung, schon damals hat mir imponiert, wie kritisch sie jedesmal hinterfragt hat, wer ist denn überhaupt die “Zielgruppe” für ein bestimmtes Produkt und wie lässt sich diese wirklich angemessen ansprechen. Der Name ihrer kleinen Firma: “Zebra Text und Konzept“. Fakten – schwarz auf weiß. Klar und Präzise, wie man es sich wünscht.

Plakat-Internationales-KochenEinen anderen sehr schönen Termin hatte ich gleich zu Beginn des Jahres, als ich für ein Plakat eine Gruppe “internationaler” Frauen und Männer fotografieren durfte. Schon seit einigen Jahren veranstaltet die Organisation “Ihr und Wir gegen Rechts” internationale Kochkurse in unserer Stadt. Diesmal werden an sieben Abenden Gerichte aus sieben verschiedenen Ländern gekocht: Brasilien, Äthiopien, Russland, …. Alle Beteiligten wohnen in unserer Stadt. Durch das gemeinsame Kochen kommt man sich näher, spricht miteinander, lernt sich kennen. Eine schöne Initiative für Integration und gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit.

Ein “Dauerbrenner” ist inzwischen meine Tätigkeit für die IG Metall. Für die Verwaltungsstellen in Bielefeld und Paderborn habe ich etliche eine Reihe von Artikeln für die jeweiligen Webseiten und Lokalseiten in der Metallzeitung verfasst. Eine Arbeit, die mir nach wie vor viel Spaß und Freude bereitet. Für Arbeit und Leben Bielefeld e.V. war ich ebenfalls wieder aktiv, diesmal u.a. auf einem Kurs zum Thema “Arbeits- und Gesundheitsschutz” in Dortmund.

Besonders freue ich mich, als Webmaster für ein Fußballturnier der Initiative “Respekt und Vielfalt in OWL” aus DGB-Jugend und den Bielefelder Sportverein TuS Ost aktiv sein zu dürfen.

 

Sonntag – Zeit zum Auf-Atmen

Am 3. März 2013 findet in Deutschland und mehreren EU-Staaten der ökumenisch getragene “Internationale Tag des freien Sonntags” statt.
Nach einer Pressemitteilung der EKD rufen der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Ratsvorsitzende der EKD, Nikolaus Schneider, dazu auf, den Sonntag als freien Tag zu schützen und zu bewahren: “Leider müssen wir feststellen, dass die Zahl derjenigen,
die sonntags arbeiten, in Deutschland rasant und branchenübergreifend ansteigt.
Dabei ist der Sonntag nicht nur für uns Christen eine heilsame Unterbrechung und damit das Gegenbild zur Ausrichtung des gesamten Lebens
an Erfordernissen der Wirtschaft.”

Mehr Informationen zum “Internationalen Tag des freien Sonntags” findet man im Internet bei der “Allianz für den freien Sonntag.”

Schuldenerlass vor 60 Jahren

Plakat Londoner SchuldenabkommenHeute jährt sich das “Londoner Schuldenabkommen” von 1953 zum sechzigsten Male.

Hier ein Text aus einer Broschüre zu diesem “Feiertag”:

Der 27. Februar 1953 ist ein historischer Tag für die Bundesrepublik Deutschland. An diesem Tag wurde in der britischen Hauptstadt das „Londoner Schuldenabkommen“ unterzeichnet, und zwar von Vertragspartnern, die wenige Jahre zuvor noch Kriegsgegner gewesen waren: Die junge Bundesrepublik als (nach ihrem Selbstverständnis: einzige) Nachfolgerin Hitler-Deutschlands auf der einen Seite und die West-Alliierten, vertreten durch England, Frankreich und die USA sowie weitere Gläubigerstaaten auf der anderen Seite; insgesamt waren Vertreter von mehr als 20 Staaten beteiligt.
Das Londoner Schuldenabkommen mit seinen außergewöhnlich humanen Konditionen für das hoch verschuldete Nachkriegs-Deutschland hat wesentlich zum deutschen Wirtschaftswunder der 50er und 60er Jahre und zu einem schnellen Wiederaufbau des zerstörten Landes beigetragen.
Das Abkommen ist noch heute eines der wenigen historischen Beispiele dafür, wie umsichtig und nachhaltig Schuldenmanagement sein kann – wenn der politische Wille dazu vorhanden ist. Damit liefert „London 53“ ein Vorbild und eine Orientierung für die heutige Diskussion um eine Entschuldung der Länder des Südens.

Wäre es nicht an der Zeit, wenn Deutschland und die EG sich auf Grund dieser Erfahrungen entscheidet, eine aktive Rolle bei der Entschuldung der Länder des Südens zu spielen?

Mehr Informationen dazu gibt es auf der Webseite zum “Erlassjahr“. Dort finden Sie auch die Broschüre zum download, aus dem ich hier zitiere.

Eigene Wege gehen … auch zum Valentinstag

Als ich auf der Suche nach einem schönen Blumenmotiv zum Valentinstag meine Fotosammlung durchschaute, lachte mich diese trotzige Ringelblume an, wie sie sich da frech und eigenwillig neben dem Blumenkasten zwischen den Steinen der Terrasse ihren ganz eigenen Weg gebahnt hatte.

Eigene-Wege-gehen

Schnell noch etwas Graffiti an die Holzwand geschrieben und schon ist mein Gruß zum Valentinstag fertig.

(Vorerst) gewonnen!

camapct-keine-überwachungEndlich gibt es mal wieder etwas Positives zu vermelden. Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf zum “Arbeitnehmerdatenschutz” zurück gezogen. War es tatsächlich unser aller Widerstand? Knapp 75000 Unterschriften durch campact im Internet organisiert, massive Proteste von Gewerkschaften und vielen engagierten Oppositionspolitikerinnen und -politikern. Und hatte man einfach nur Angst, wenn man dieses Thema jetzt zu sehr in die Öffentlichkeit bringt, dass dann die Piratenpartei wieder aus der Versenkung nach der Niederlage bei der Niedersachsenwahl hervor geholt wird?

Egal, wie dem auch sei. Ich freue mich. Jetzt kann es auf diesem Gebiet einen Neuanfang der Diskussion geben und vielleicht kommt ja am Ende doch noch ein Gesetz heraus, dass den Namen “Arbeitnehmerdatenschutz” zeitgemäß regelt.

Weiter Informationen zu diesem “Projekt” gibt es in einem ausgezeichneten WordPress blog, auf den ich hier gerne hinweise: Beschäftigtendatenschutz – aber richtig!