Weiterbildung für Betriebsräte

Arbeitgeber und Betriebsräte sind in Deutschland zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit gesetzlich verpflichtet. Doch mit Gesetzen und Verordnungen ist es häufig so eine Sache. Neben der Straßenverkehrsordnung ist vermutlich das „Betriebsverfassungsgesetz“ diejenige Rechtsordnung, gegen die in Deutschland am häufigsten verstoßen wird.

Damit zumindest Betriebsräte wissen, welche rechtlichen Möglichkeiten sie haben, zum Wohle der Arbeitnehmer und des Betriebs tätig zu werden, gebe ich über die IG Metall und Arbeit und Leben Bielefeld e.V. immer wieder Seminar zur Einführung in die entsprechenden Gesetze.

Doch hier geht es nicht nur um Paragrafen allein, denn „Recht haben und Recht bekommen“ ist häufig zweierlei Ding. Geschicktes politisches Agieren ist oftmals viel wichtiger. Allein lässt sich meist nur wneig erreichen, solidarisch handelnden belegschaften stehen jedoch viele Möglichkeiten offen!

Das  Biko-Programm-2018 der IG Metall Geschäftsstellen in der BIKO OWL kann ich daher nur empfehlen. Und natürlich auch die weiterführenden Seminare von Arbeit und Leben: Aulbi-Seminarprogramm-2018

28. Januar, 16:30 Uhr – Überwachung, Datenmissbrauch und Datenschutz in der Arbeitswelt

Mit einer öffentlichen Veranstaltung als Auftakt zum „Bildungsjahr 2014“ starten am Dienstag, den 28. Januar 2014 um 16:30 Uhr im Paderborner Heinz-Nixdorf-Forum, Fürstenallee 7, 33102 Paderborn die Bildungskooperation der IG Metall Verwaltungsstellen Bielefeld, Minden und Paderborn sowie Arbeit und Leben e.V. DGB | VHS.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Referat von Rena Tanges zum aktuellen Thema: „Überwachung, Datenmissbrauch und Datenschutz in der Arbeitswelt. Was läuft dort? Wo ist unsere Wachsamkeit dringend erforderlich?“

Rena Tangens ist Datenschutzaktivistin, Internet-Pionierin und Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Bielefeld und ist Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs. Sie ist Mitbegründerin und Vorsitzende des Bielefelder Vereins „digitalcourage e.V.“, früher FOEBUD. (www.digitalcourage.de) Der Verein engagiert sich seit 1987 für Bürgerrechte, Datenschutz und eine lebenswerte Welt im digitalen Zeitalter. Digitalcourage wehrt sich dagegen, dass unsere Demokratie „verdatet und verkauft“ wird. Seit 2000 verleiht der Verein jährlich die BigBrotherAwards, u.a. auch für den Bereich Arbeitswelt. Rena Tangens: „Den meisten Menschen ist klar, dass ihre Privatsphäre angegriffen wird, wenn sie Objekt von Überwachung werden (zum Beispiel Videoüberwachung oder Abhören des Telefons) oder wenn ihre persönlichen Geheimnisse an die Öffentlichkeit gezerrt werden. Doch dass ihre Privatsphäre auch verletzt werden kann durch die ständige Sammlung, Auswertung und Nutzung einer Vielzahl von Daten, die bei jeglichen alltäglichen Handlungen anfallen – dieses Bewusstsein ist erst langsam im Entstehen.“

Mit dem „Regionalen Bildungsprogramm 2014“ stellt die Bildungskooperation in Zusammenarbeit mit der Bildungseinrichtung Arbeit und Leben Bielefeld e.V. DGB | VHS ihr mittlerweile fünftes Jahresprogramm vor.

Das kommende Frühjahr steht im Zeichen der Neuwahlen von Betriebsratsgremien in ca. 300 Unternehmen im Organisationsbereich der drei IG Metall Verwaltungsstellen. Die Wahlen sind ein Aufbruch in eine neue Amtsperiode. Damit es zu einem gelungenen Start in den neu zusammengesetzten Gremien kommt, ist die gewerkschaftliche Anbindung der betrieblichen Interessenvertretung sowie eine qualifizierte Ausbildung zu den Rechten und Pflichten der Arbeitnehmer und ihrer Vertretungen in den Betrieben notwendig. Im neuen Schulungsprogramm finden sich neben den erforderlichen Grundlagenseminaren speziell konzipierte Start-Workshops.

Bei einigen der angebotenen Schulungen wirke auch ich als Referent mit. Deshalb würde ich mich freuen, wenn sich an dieser Veranstaltung viele Menschen beteiligen und das sich später davon auch viele für unsere Kurse anmelden.

Dresden

In dieser Woche habe ich beruflich in Dresden zu tun. Ich betreue hier ein Seminar von Arbeit und Leben Bielefeld zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Dresden wurde als Tagungsort ausgewählt, weil es mit dem Hygienemuseum eine herausragende Institution gerade zu diesem Thema in Deutschland zu bieten hat.

Gestern hatten wir nach dem eigentlichen Seminar eine Stadtführung organisiert, durchgeführt von „Igeltour-Dresden„. Der Titel dieses Stadtrundgangs lautete „Dresden von hinten“. Hier wurden uns u.a. auch einige Dinge gezeigt, die der gewöhnliche Tourist in dieser Stadt wohl nur selten zu sehen bekommt, z.B. das Mahnmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung durch die Nazis im März 1933 in dieser Stadt und verschiedene Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg. Auch spielte das Gedenken an die 25.000 Opfer durch die englischen Bombenangriffe Februar 1945 eine Rolle.  Hier versuchen seit einigen Jahren Neonazis dieses Gedenken für ihre braune Propaganda zu mißbrauchen. Umso mehr „Hut ab!“ vor allen Dresdner Frauen und Männer und ihren Freundinnen und Freunden, die sich diesen Naziaufmärschen in den Weg stellen. Auch ich habe in den schrecklichen Nächten des Februar 1945 in Dresden eine Tante und zwei Cousins „verloren“. Ihre Namen sind heute in der wiederaufgebauten Frauenkirche verewigt. Ihnen – und allen anderen Toten des Weltkriegs sind wir heute verpflichtet, für den Frieden zu kämpfen – und das sich ein Terror wie zur Zeit der Nationalsozialisten nie wieder wiederholen möge.