Inauguration Day

Heute beginnt die Amtszeit des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Für viele Menschen geht es am heutigen Tag nur um die Show. Welche Stars treten bei den Feiern auf, welche nicht? Bei Barack Obama vor acht Jahren waren zum Beispiel Pete Seeger und Bruce Springsteen dabei:

Pete Seeger ist am 27. Januar 2014, im Alter von 94 Jahren gestorben.  Bruce Spingsteen hat schnell klar gemacht, das er nicht mit Donald Trump feiern kann und will. So wie viele andere Stars auch. Und man muss kein Star sein, um sich dieser Feier zu verweigern. Viele meiner amerikanischen Bekannten rufen dazu auf, heute die Fernseher auszuschalten oder Programme auszuwählen, die bewusst keine aktuellen Berichte bringen, wie z.B. den „History Cannel“ um die Einschaltquote „für Donald Trump“ zu drücken.

Doch für mich gab es dazu eine ganz überraschende Nachricht:

Am 6. Januar berichtet CNN, dass die Marching-Band des Talladega College auch zur Trumps Amteinführung spielen wird. Die Band hatte sich schon vor langer Zeit dafür beworben, als noch gar nicht fest stand, wer tatsächlich zum Präsidenten gewählt wird.  Ich habe das Talladega College im Jahr 2000 besucht, denn es ist eine der wenigen Hochschulen im „Council for Higher Education“ der United Church of Christ, unserer amerikanischen Schwesterkirche. Das College wurde vor 150 Jahren in Alabama von ehemaligen Sklaven gegründet. Man ist dort stolz auf die lange Tradition des Kampfes gegen den Rassismus und für Toleranz und Demokratie.

Die Leitung der UCC ist von dieser Entscheidung gar nicht begeistert und versuchte in einem Brief die Leitung des College noch umzustimmen. Doch der Leiter entgegnete:

„… I feel for our students. They want to go. I feel I have to be responsible to the student body. It’s about this band wanting to be part of this event.We are representing the state of Alabama. It’s not about politics. It’s about the experience. It’s about a peaceful transition of power. We’re confident we made the right decision. God did not put us in this position just to leave us at this point.“

Mögen diese jungen Leute den Radikalen um Trump mal so richtig schön den Marsch blasen! Manchmal muss man vielleicht auch über seinen Schatten springen.

USA: Immer nur Trump – oder auch mal auf das Volk schauen?

Unsere Medien hier sind voll mit Berichten über Trump. Aus jeder seiner Äußerungen wird gleich ein journalistischer Hype. Sicher – was ein amerikanischer Präsident macht oder was er nicht macht – hat manchmal auch entscheidenden Einfluss auf das, was bei uns passiert.

Doch die USA sind nicht nur „Trump“. Es gibt auch eine Gegenbewegung. Und die kommt auch nicht aus den Zentralen der üblichen Verdächtigen, sondern nach meinem Eindruck eher von „unten aus der Provinz.“

Vielleicht zum Beispiel durch solche Aktionen wie diese hier:

„Hundred of activists boost people’s agenda at Kansas Capitol rally“.

oder auch hier: http://www.kansas.com/news/politics-government/article125944214.html

Ich wurde darauf aufmerksam, weil auf Youtube die Rede meines Freunde Tobias gezeigt wurde. Hier das kleine Video:

Es geht den Menschen in Kansas um nicht weniger als folgende Ziele:

The Kansas People’s Agenda:
Economic Justice
Racial & Indigenous Justice
Adequate & Equitable Public Education
Healthcare Access
Anti-Corruption Policy
Environmental Stewardship & Sustainable Agriculture
Criminal Justice Reform
Gender Equity
Responsible Gun Policy
LGBT Rights
Voting Rights
Immigrant Rights
Infrastructure Investment
Children Protection
Religious Freedom

Die USA werden sich während der Regierungszeit von Präsident Trump sicherlich verändern. Die Richtung ist aber aus meiner Sicht noch lange nicht ausgemacht.

Nachwuchswissenschaftler

Heute habe ich an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus einen besonderen Vortrag gehalten, für ganz besondere Gäste.

Die Gäste waren junge Menschen im Grundschulalter von der katholischen Kirche in Elsen. Die Kinder hatten zu Weihnachten im Krippenspiel mitgewirkt und als Belohnung gab es für sie heute einen Besuch auf der Sternwarte.

Mit meinem Sternfreund Raoul hatten wir uns die Betreuung der Gruppe aufgeteilt. Ich wollte der Gruppe zuerst einen kleinen Vortrag halten, eine „Reise ins All“, mit einer Rakete zuerst zur Internationalen Raumstation und dann weiter vorbei an den Planeten unseres Sonnensystems. Raoul wollte ihnen anschließend in der Sternwartenkuppel die Fernrohre zeigen.

Die Kinder haben mich beinah gar nicht meinen Vortrag halten lassen, weil sie sooo viele Fragen hatten. Und es waren sehr kluge Fragen dabei: „Was ist der Unterschied zwischen Planeten und Sternen?“, „Warum fällt die ISS nicht auf die Erde runter, wenn die Erde doch eine so große Anziehungskraft hat?“, „Wie kam das Wasser auf die Erde?“ und noch viele mehr. Ich habe meinen Vortrag mehr oder weniger über den Haufen geschmissen und bin liebend gerne auf die Fragen der Kinder eingegangen. Und wir haben wirklich über alles mögliche gesprochen, im wahrsten Sinne des Wortes über „Gott und die Welt“. Über Astronauten und Sterne, Planeten und Kometen, den Stern von Bethlehem, Luft und Wasser, Hitze und Kälte, Leben und Sterben und vor allem, was unsere Erde für Leben so einzigartig macht, warum wir sie pflegen und gut behandeln müssen,  Mir hat das richtig viel Spaß gemacht und den Kindern sicherlich auch. Der ganze Abend hatte viel länger gedauert als geplant, am Ende mussten so einige Eltern ihren Kindern versprechen, noch einmal wieder zur Sternwarte zu kommen. Und vielen Dank auch an die Betreuerinnen der Kindergruppe für die Idee, ein Stück Wissenschaft als Belohnung für das Engagement zu Weihnachten. So kommen Seele und Kopf zusammen, toll!

Ich wünsche mir, dass die Kinder ihre Neugier und Wissbegierde noch lange behalten mögen.  Wer in so einem jungen Alter schon so kluge Fragen stellen kann, der wird später vielleicht sogar mal eine richtiger Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler. Heute reden viele angeblich kluge Menschen vom „postfaktischen“ Zeitalter, was jetzt begonnen haben soll. „Postfaktisch?“ Das kann ich mir heute viel weniger als je vorstellen. Solange unsere Kinder Fragen stellen und den Dingen wirklich auf den Grund gehen wollen, solange werden auch Fakten, Tatsachen und eben Wissenschaft eine Rolle spielen. Ich glaube, alles wird gut!

P.S.: Meinen nächsten Vortrag für Erwachsene halte ich an der Sternwarte am Montag, den 23. Januar 2017. Auch dies wird hoffentlich ein spannender Abend für die Besucher, es geht dort um die neuesten Erkenntnisse (und Feststellungen, das wir vieles eben noch nicht wissen) der astronomischen Forschung. Sie sind herzlich eingeladen!

Sonntag – Zeit zum Auf-Atmen

Am 3. März 2013 findet in Deutschland und mehreren EU-Staaten der ökumenisch getragene „Internationale Tag des freien Sonntags“ statt.
Nach einer Pressemitteilung der EKD rufen der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Ratsvorsitzende der EKD, Nikolaus Schneider, dazu auf, den Sonntag als freien Tag zu schützen und zu bewahren: „Leider müssen wir feststellen, dass die Zahl derjenigen,
die sonntags arbeiten, in Deutschland rasant und branchenübergreifend ansteigt.
Dabei ist der Sonntag nicht nur für uns Christen eine heilsame Unterbrechung und damit das Gegenbild zur Ausrichtung des gesamten Lebens
an Erfordernissen der Wirtschaft.“

Mehr Informationen zum „Internationalen Tag des freien Sonntags“ findet man im Internet bei der „Allianz für den freien Sonntag.“

7 Wochen ohne …

Heute, am Aschermittwoch beginnt wieder die Fastenaktion „7 Wochen ohne“. Für mich bedeutet „fasten“ ein Einüben in die Freiheit. Denn wirklich „frei“ ist man meines Erachtens nur, wenn man wirklich auf etwas verzichten kann. Denn oft genug ist die „Freiheit der Wahl“ nur eine scheinbare Freiheit.

Die Aktion „7 Wochen ohne“ steht jedes Jahr unter einem besonderen Motto. Im Jahr 2009 lautete das Motto „Sich entscheiden – 7 Wochen ohne Zaudern“. Das traf damals genau auf meine Situation zu: sollte ich weiter in der Computerindustrie arbeiten, oder mich doch lieber auf den Weg machen, aufbrechen in die Selbstständigkeit? Ich habe mich damals für den neuen Weg entschieden und es bis heute nicht bereut. Vielleicht finden auch Sie in diesem Jahr ja Ihren ganz besonderen Zugang zu dieser Aktion.

Mehr Informationen im Internet unter http://www.7wochenohne.de