Warnstreiks in der Metallindustrie

Im Moment läuft wieder die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Zum ersten Mal nach vielen langen Jahren haben die Mitglieder der IG Metall wieder eine Forderung zum Thema Arbeitszeit aufgestellt.

Nachdem alle Versuche, ein „Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit“ an der letzten Regierung (und hier insbesondere an der CDU/CSU) gescheitert waren, soll jetzt versucht werden, dieses Thema durch eine tarifliche Vereinbarung abzusichern. Und natürlich kommt es, wie es kommen muss: Die Arbeitgeber wehren sich mit allen Mitteln dagegen, ein kleines Stückchen Zeitsouverenität an ihre Beschäftigten abzugeben. Dabei fordert die IG Metall noch nicht einmal, dass es so etwas für alle beschäftigten geben soll, sondern nur in bestimmten Fälen, wenn Angehörige zu pflegen sind oder ähnliches. Und ein teilweiser Lohnausgleich, wie es von der IG Metall für solche Beschäftigten gefordert wird, ist für die Arbeitgeber schon gar nicht denkbar. Sollen doch bitteschön die Beschäftigten selbst und vollständig das Risiko und die Kosten für die Pflege übernehmen.

Die ersten Verhandlungsrunden brachten gerade zu diesem Themenkomplex überhaupt keine Annäherung und wohl nicht einmal eine ernst zunehmende Diskussion. Am 18. Januar soll es in Nordrhein-Westfalen die nächste Verhandlungsrunde geben. Da kann ich es nur zu gut verstehen, dass jetzt die Metallerinnen und Metaller mit Warnstreiks ihren Wünschen und Forderungen Nachdruck verleihen wollen – und sicherlich auch werden.

Solidarität mit den Streikenden wird notwendig sein. Daher sollte man jetzt regelmäßig auf die Webseiten der IG Metall schauen, wo und wann welche Aktionen geplant sind. Bei uns in der Region natürlich auf den Seiten der IG Metall Paderborn.